Checkliste: Was du schon vor dem Vorstellungsgespräch tun kannst

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Deine Bewerbungsunterlagen sind gut angekommen. Darum wurdest du ausgewählt und zum Vorstellungsgespräch eingeladen. Damit hast du die erste große Hürde überwunden und das kannst du als echtes Plus verbuchen. Aber natürlich kannst du dich auf diesem Erfolg nicht ausruhen. Nach der Pflicht kommt die Kür und die heißt auf dem Weg zur Jobzusage „Bewerbungsgespräch“. Innerhalb eines einzigen Termins musst du überzeugen. Was die einen als bloßen Druck empfinden, sehen die anderen als spannende Herausforderung. 

Jetzt geht es darum, das Gespräch zu nutzen, um an den ersten Erfolg anzuknüpfen. Wie machst du das am besten? Wer sein Metier beherrscht, gut in Form und sich seiner Sache sicher ist, kann andere überzeugen. Durch rechtzeitig begonnenes Training kannst du dich sehr gut auf dein Vorstellungsgespräch vorbereiten. Eines vorweg: Was das Training angeht, bist du hier genau auf der richtigen Seite. Nutze unseren Interview-Simulator, um das Vorstellungsgespräch realitätsnah - aber doch in Ruhe - zu üben.

Eine gute Vorbereitung ist alles

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Die richtige Einstellung zählt – Mach dir bewusst, dass dir der Job nicht zugeflogen kommt

Kennst du die Redewendung „Eine gute Vorbereitung ist alles“? Wenn dir das klar ist und du dich bewusst mit dem Thema Gesprächsvorbereitung auseinandersetzt, bist du der Jobzusage schon einen guten Schritt näher gerückt. Ein Vorstellungsgespräch sollte nicht dem Zufall überlassen werden. Der Glaube, dass einem spontan alles einfallen wird und man sich schon entsprechend natürlich präsentieren kann, ist schlicht Wunschdenken. Man wirkt keinesfalls natürlich oder spontan, sondern einfach nur unvorbereitet. Zu oft wird man auf dem falschen Fuß erwischt und kann keine souveräne Antwort formulieren, auch wenn man sich das im Vorfeld noch so sehr wünscht. 

Das Gespräch beschränkt sich jedoch nicht nur auf die Antworten auf Fragen. Auch andere, vermeintlich „weichere“ Aspekte spielen eine Rolle und sollten bei der Vorbereitung beachtet werden. Führe dir das unbedingt vor Augen und mach dir das bewusst. 

Überlege dir im Vorfeld, was der Interviewer nach dem Gespräch über dich wissen soll

Durch einen Perspektivwechsel kannst du schon vor dem Gespräch herausbekommen, worauf du selbst bei einem Bewerber achten und welche Fragen du stellen würdest. Damit bekommst du eine ungefähre Idee, wie das künftige Bewerbungsgespräch ablaufen kann. Würden dich zum Beispiel die Antworten auf diese plakativen Fragen interessieren? 

  • Ist das hier nur ein Job für dich oder mehr? Was ist dein „Warum“? Was treibt dich an?
  • Wie kannst du mir als Vorgesetzter helfen, dass mein Job einfacher wird?
  • Macht es Spaß, mit dir zu arbeiten? Lache ich mehr oder weniger, wenn du bei uns arbeitest?
  • Wie lange bleibst du bei uns? Lohnt sich die Einarbeitung?

Keine Sorge. Diese Fragen werden in dieser Form wahrscheinlich nicht gestellt. Dennoch sucht dein Interviewer über vermeintlich freundlichere Fragen oft die Antworten zu diesen „harten“ Fragen. 

 

Behalte das im Hinterkopf und denke einen Schritt voraus. Lege dir deine Antworten schon zurecht, bevor dir die Fragen überhaupt gestellt werden. So übernimmst du die Gesprächsführung. Ein sehr schöner Nebeneffekt ist, dass du das Gespräch auf von dir angesprochene Themen lenken kannst. So gewinnst du automatisch an Selbstsicherheit, da du dich natürlich bei deinen Themen am wohlsten fühlst.

Versuche den ersten Eindruck zu formen und achte auf 3 Ebenen

Behalte unbedingt im Blick: Der erste Eindruck ist prägend. Dein Gegenüber bildet sich ein erstes Urteil, welches sich nicht so leicht im Nachgang korrigieren lässt. Wie schon erwähnt, spielen beim ersten Eindruck nicht nur deine Antworten auf etwaige Fragen eine Rolle. Auch weichere Faktoren tragen dazu bei. Die gute Nachricht ist aber: Der erste Eindruck funktioniert nicht nach dem Zufallsprinzip. Du kannst ihn beeinflussen und ganz bewusst steuern. 

Um zu verstehen, wie du Einfluss nehmen kannst, musst du dir zunächst die drei Ebenen des ersten Eindrucks vor Augen führen. Du wirst

  1. visuell (“Wie wirkst du?”)
  2. fachlich (“Wie kompetent bist du?“)
  3. und emotional (“Wie empathisch bist du?“)

eingeschätzt. Das sollte dir bewusst sein, wenn du dich vorbereitest.

1. Visuell: Achte auf dein Äußeres

Die alte Redewendung „Kleider machen Leute“ kommt nicht von ungefähr. Der visuelle Aspekt ist nicht zu unterschätzen. Was auf den ersten Blick oberflächlich erscheint, ist auf den zweiten Blick eine Frage des Respekts. Wer sich in einer Werkstatt bewirbt, sollte nicht im Anzug erscheinen. Der Meister kann nicht anders als denken, dass du dir zu fein bist, dir die Hände oder die Kleidung schmutzig zu machen. Wer in einer Kanzlei arbeiten möchte, hat in Jeans schlechte Karten. Sauber, mit ansprechender Frisur, angemessener Kleidung und geputzten Schuhen machst du einen guten Eindruck. Aufdringliches Make-up, starkes Parfum, gewaltige sichtbare Tattoos wirken irritierend.

2. Fachlich: Kommuniziere kompetent und sicher

Die Art und Weise, wie du kommunizierst, zählt am Anfang. Neben deinem Auftreten und deiner Körpersprache ist natürlich die eigentliche Sprache wichtig. Sei dir darüber bewusst, dass du entweder gewinnst oder verlierst, sobald du den Mund aufmachst. Deine ersten Worte sollten deine fachliche Kompetenz unterstreichen. Sei darauf vorbereitet, dass du über deine Sprache, d.h. die Wortwahl, die Betonung und die Stimmfarbe einen Eindruck beim Gegenüber hinterlässt. Hier kommt es am Anfang nicht mal unbedingt auf das Fachwissen an. 

Im Laufe des Gesprächs gewinnt der fachliche Inhalt aber natürlich sehr stark an Bedeutung. Wenn du fachlich nicht überzeugst, kannst du das nicht mit schönen Formulierungen verbergen.

3. Emotional: Sei du selbst

Die emotionale Komponente ist wahrscheinlich die Ebene, auf die du dich am wenigsten vorbereiten kannst und auch solltest. Empathie ist entscheidend, um nach einem Gespräch ein gutes „Bauchgefühl“ zu haben. Hast du das nicht, dann hat es auf der emotionalen Ebene wahrscheinlich nicht gepasst. Verstelle dich also nicht. Sei einfach du selbst. Sei freundlich, höre zu und lasse dein Gegenüber aussprechen. So lapidar das klingt: Hörst du Gesprächspartnern einmal ganz bewusst zu, fällt dir auf, wie oft sich Menschen ins Wort fallen. Achte mal darauf bei der nächsten Talk-Show. 

Wenn du mit deiner Art positiv beim Gegenüber ankommst, ist das ein gutes Zeichen, dass du dich langfristig wohl fühlen kannst. Abgesehen davon, dass es sehr unnatürlich wirken kann, bringt es dir auch gar nichts, im Bewerbungsgespräch vorzugeben, jemand anderes zu sein. Du kannst dieses Schauspiel ohnehin nicht auf Dauer durchhalten. Und wenn du es versuchst, dann führt das nur zu Frust. Auf beiden Seiten.

Etabliere frühzeitig Routinen für den großen Augenblick

Souveränität erwirbt man nicht über Nacht. Sie muss wachsen. Darum ist es sinnvoll, die Zeit vor dem Gespräch zu nutzen, um eine ehrliche Bilanz zu ziehen. Du kannst dabei feststellen, wo deine Stärken und Schwächen liegen und daran schließlich arbeiten.

Indem du eigene Verbesserungspotenziale systematisch angehst, verbesserst du deine Chancen ganz konkret beim nächsten Bewerbungsgespräch. Bau dazu einfach Routinen auf, die von der fachlichen Kompetenz über die körperliche Verfassung bis hin zur gesprächstechnischen Präsenz reichen. Informiere dich regelmäßig über die Entwicklungen in deiner Branche, achte auf deine körperliche Kondition und trainiere immer wieder Fragen aus Vorstellungsgesprächen. Versuche beispielsweise dir 30 Minuten am Morgen zu blocken, um die aktuellen Entwicklungen beim Unternehmen oder der Branche zu googeln. Oder teile dir die Woche so auf, dass du jeden Tag 3 Übungsläufe für das Vorstellungsgespräch machst. Übung macht den Meister und Rom wurde auch nicht an einem Tag erbaut, um nur zwei Redewendungen zu nutzen.

Die letzten Stunden vor dem Gespräch richtig nutzen

Am wichtigsten ist, dass du beim Gespräch ein hohes Energielevel hast und voll „da“ bist.  Versuche daher in der Nacht vorher ausreichend zu schlafen (mindestens 7 Stunden) und stelle sicher, dass du dir den Tag wirklich für das Gespräch blockst. Jeder weitere Termin – und sei es nur eine Verabredung mit Freunden – sollte auf keinen Fall zu nahe am Vorstellungsgespräch geplant werden. Es ist Stress pur, wenn du zusätzlich zum Gespräch noch auf weitere Verpflichtungen achten musst.

Wenn du dich fertig machst, dann achte auf deine Kleidung und deine Frisur. Passe dein Äußeres, wie beschrieben, ganz bewusst an die Situation an. Denke am Tag des Gesprächs auch daran, rechtzeitig loszugehen. Bedenke Fahrzeiten, Hindernisse auf dem Weg und die Parkplatzsuche. Informiere dich vorab rechtzeitig online, wie die Situation aussieht. Ein Zuspätkommen ist ein „No Go“ und das kannst du dir nicht leisten. Denke hier noch einmal an den ersten Eindruck, den du hinterlassen möchtest. 

Zu guter Letzt und ganz wichtig: Entspanne dich. Wenn du die Hinweise aus diesem Artikel befolgst und dich auf die eigentlichen Fragen mit unserem Simulator vorbereitest, kann fast nichts mehr schiefgehen. Du hast auf jeden Fall alles getan und musst dir später keine Vorwürfe machen. Aber soweit solltest du nicht denken. Geh raus, überzeuge die Interviewer und hol dir den Job.

Nutze die Zeit und bereite dich vor

Die meistgestellten Fragen im Vorstellungsgespräch üben. Tipps & Antworten inklusive.